Trans Media Studies
Fragen der Mediatisierung, insbesondere der (medialen) Sichtbarkeit und ihrer Folgen, bestimmen in besonderem Maße die Diskursivierung von trans* Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund ist es sowohl für das Feld der Trans Studies als auch für die kulturwissenschaftlich geprägte Medienwissenschaft produktiv, die spezifischen materiell-diskursiven, medialen und technologischen Konstellationen in den Blick zu nehmen, die trans* Erfahrungen, vergeschlechtliches Leben und Begehren formen und zugleich von ihnen geformt werden. Ein Vorhaben, das aktuell von besonderer (wissens-)politischer Dringlichkeit erscheint und eines systematischen Anschlusses im deutschsprachigen Raum bedarf.
Die Schwerpunktausgabe zielt neben der Versammlung medienwissenschaftlicher Forschung zu trans*Geschlechtlichkeit und der Erschließung der Trans Studies für die Medienwissenschaft darauf, einen Raum zu schaffen, um Fragen und Forderungen zu explorieren, die beide Felder aneinander stellen können. Welche Resonanzen lassen sich zwischen Medienwissenschaft und Trans Studies finden, z. B. mit Blick auf die Dekonstruktion von Binaritäten oder epistemologische Ansprüche im Zugriff auf Geschlecht? Welche Konfliktlinien, Allianzen und Differenzierungen zwischen Gender, Queer und Trans Media Studies lassen sich aushandeln? Lassen sich möglicherweise längst etablierte, in einer postdigitalen Gegenwart mitunter anachronistisch anmutende Trans- und Intermedialitätsdebatten durch eine medienwissenschaftliche Perspektivierung des Transitionsbegriffs, die Fragen der (trans*) Geschlechtlichkeit nicht verkennt, sondern von ihnen ausgeht, aktualisieren und potenziell politisieren?
Redaktion: Philipp Hohmann, Sarah Horn, Jul Tirler, Francis Wagner