Wirksamkeit verpflichtet

Wirksamkeit verpflichtet

Herausforderungen einer Ökologie der Praktiken

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Abstract (deutsch) 

Ausgehend von Überlegungen zum wissenschaftstheoretischen und medienwissenschaftlichen Umgang mit außereuropäischen Heilpraktiken konturiert der Beitrag Isabelle Stengers’ Konzeption einer Ökologie der Praktiken. Ein adäquater Umgang mit Verhältnissen von Heil und Heilung, von so genannten ‹nur› psychisch-imaginären im Gegensatz zu physiologisch und kausal begründeten Verfahren der Heilung erfordert, so die These, eine metarationale, situationssensible Haltung einzunehmen, die sich dadurch auszeichnet, skeptische Gewohnheiten des (Ver)Urteilens außer Kraft zu setzen und sich stattdessen auf die Ansprüche und Verpflichtungszusammenhänge eines Praxismilieus einzulassen. Es wird aufgezeigt, wie eine solche Haltung, die sowohl für Wissenschaftsgeschichte als auch für aktuelle medienwissenschaftliche Studien erkenntnisleitend sein könnte, den Pragmatismus von William James und Alfred North Whitehead beerbt. Wenn aktuelle WissenschaftsforscherInnen wie Isabelle Stengers’ aber auch Donna Haraway u. a. wieder an diese Denktradition anknüpfen, dann geschieht dies zum einen, um Wirksamkeiten in konkreten Milieus zu erforschen, zum anderen geht es ihnen darum, die eigene Forschung in diesem Sinne zu situieren.

Abstract (english) 

The article introduces Isabelle Stengers’ proposal of an Ecology of Practices starting from a number of reflections concerning established presuppositions and presets in science studies as well as in media theory with respect to Non-European practices. We claim that adequate ways of dealing with relations between salvation and healing, with supposedly ‹solely› psycho-imaginary as opposed to physiological, causally justified procedures of healing, requires us to take on a metarational attitude. Being sensitive with respect to the situatedness of each practice, such an attitude calls for the suspension of skeptical habits of judgment and allows for an engagement with the net of obligations and exigencies entertained by each particular practice-milieu. We show to what extent an attitude that could inspire future research in the history of science as well as media theory inherits pragmatist thought as developed by thinkers such as William James or Alfred North Whitehead. Protagonists of Science Studies like Isabelle Stengers or Donna Haraway a.o. take up this philosophical tradition today, in order to 1. investigate efficacies in concrete milieus, and thereby 2. situate their own research as a practice that is neither one of innocence nor of quick judgment.

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