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Jedes Heft hat ein Schwerpunktthema, das von Gastredakteur_innen konzipiert und betreut wird. Die eingereichten Aufsätze durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren. Vorschläge für Schwerpunktthemen sind jederzeit an die Redaktion möglich. Hinweise zu Einreichungen finden Sie in unseren Submission Guidelines.

ZfM 19 – Faktizitäten, erscheint im Okt. 2018
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Faktizitäten

«Fakten, Fakten, Fakten – und immer an die Leser denken!» Der Slogan, mit dem seinerzeit das Nachrichtenmagazin FOCUS lanciert wurde, gewinnt dieser Tage neue Aktualität: Meinungsge(t)witter sozialer Medien evozieren eine Renaissance des Qualitätsjournalismus. Science Marches proklamieren evidenzbasierte Erkenntnis. Und philosophische Arrièregardes predigen die Rückkehr zu erkenntnisunabhängigen Tatsachen.

Jenseits eines Erstaunens über die Selbstverständlichkeit und Positivität, mit denen derartige Realitätsanker Halt in einer von Truthiness-Sturmen erschutterten Welt- und Wissensordnung versprechen, möchte der Themenschwerpunkt erkunden, wie mediale Prozesse an der Produktion von Faktizität beteiligt sind. Mit dem Begriff der Faktizitäten werden – uber die von Heidegger oder Habermas geprägte Begriffsgeschichte hinaus – aktuelle mediale Praktiken, Techniken, Politiken und Ästhetiken und deren Schnittstellen in den Blick genommen, die an der Produktion, Dekonstruktion oder Transformation von Fakten mitwirken. Wie werden in epistemologischer oder politischer Hinsicht im Anschluss an (un)gesicherte Lagen ‹Fakten geschaffen›? Inwiefern verschwimmen in den faktischen Outputs medientechnischer und -praktischer Verfahren die Unterscheidungslinien zwischen Virtuellem und Materiellem? Und wie wirken mediale Weisen des Informationsdesigns und der Ästhetisierung von Daten an der Verfestigung von Faktizität mit? Der Schwerpunkt hinterfragt somit das Verhältnis von Medialität und Faktizität und unterzieht den gegenwärtigen Diskurs um das ‹Postfaktische› einer Reihe von Einzelanalysen.

Redaktion des Schwerpunkts: Eva Schauerte, Sebastian Vehlken

Texteinreichungen werden bis 15.2.2018 erbeten an redaktion@zfmedienwissenschaft.de

Stylesheet und weitere Hinweise unter
www.zfmedienwissenschaft.de/service/submission-guidelines

ZfM 19 – Klasse, erscheint im Okt. 2018
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Klasse

Sowohl die Objekte der Medienwissenschaft als auch die Herkünfte der Forschenden tragen einen Klassen-Marker. Was für race und gender zunehmend erprobt ist – Analysekriterien für mediale Artefakte, für Produktions- und Rezeptionsformen, für epistemologische Strukturierungen bis hin zu Möglichkeitsbedingungen der Wissensproduktion –, steht für die Kategorie der class zur Diskussion.

Wie sieht die gegenwärtige De-/Artikulation von «Klasse» im Kontext der Medienwissenschaft aus? Welche Effekte hat das Anliegen, Klassifizierungen entgehen zu wollen, für den Zusammenhang von class und Medien? Welche Anregungen und Optionen ergeben sich für ihre Methoden und Gegenstände? Generiert die Bezugnahme auf Medienkunst oder Gender Studies, auf Kulturgeschichte oder Cultural Studies unterschiedliches kulturelles Kapital wie bei der Beschäftigung mit «Unterschichten-» oder «Quality-TV»? War die Medienwissenschaft nicht mit dem Ziel angetreten, die Unterscheidungen von Hoch- und Populärkultur zu problematisieren? Was gehört zum Klassenhabitus der Medienwissenschaft, welche Kritikformen sind passabel und welche passieren nicht? Wie könnte eine Aktualisierung der Klassenfrage gelingen, die der Dethematisierung sozialer Klassifizierungen etwas entgegensetzt, ohne die Unterscheidung von Haupt- und Nebenwidersprüchen zu erneuern?

Redaktion des Schwerpunkts: Ulrike Bergermann, Andrea Seier

Texteinreichungen werden bis 15.2.2018 erbeten an redaktion@zfmedienwissenschaft.de

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ZfM 21: Okt. 2019
Call for Papers

Künstliche Intelligenzen

Selbstfahrende Autos, digitale Assistenzsysteme, humanoide Roboter, adaptive Nanodrohnen, fluide Interfaces oder smarte Supermärkte – derzeit herrscht wohl kein Mangel an technologischen Entwicklungen, die sich als Referenz der allgegenwärtigen Rede von einer (scheinbaren) Revolution bzw. einer neuen Ära der künstlichen Intelligenz anbieten. Gerade im Zusammenhang mit einer vermeintlichen oder tatsächlichen Autonomisierung technischer Infrastrukturen und Systeme hat das Thema «Künstliche Intelligenz» als Schüsseltechnologie, Konzept und soziotechnisches Gefüge derzeit wieder Konjunktur.

Vor allem scheinen moderne Ansätze der KI(-Forschung) die Bedingungen, Praktiken und Erscheinungsformen der digitalen Medienkultur zu verändern. Speziell dort, wo Plattformen wie Netflix oder soziale Medien wie Facebook auf die Nutzung und Auswertung von Big Data setzen, gewinnen moderne Technologien der KI und sogenannte maschinelle Lernverfahren immer mehr an Bedeutung.

Verfahren der KI transformieren jedoch nicht bloß die Formen und Praktiken «der Medien». Medien spielen auch und gerade dort eine Rolle, wo zum Beispiel eben jene maschinelle Lernverfahren Bilder, Texte und Sprache als ihr Lern- und Datenmaterial nutzen und insofern diese im weitesten Sinne als Möglichkeitsbedingungen kultureller (Wissens)Praktiken in Erscheinung treten. Aber was heißt das genau? Und inwieweit kann eine Medienwissenschaft auf die Herausforderung der gegenwärtigen Konjunktur künstlicher Intelligenzen angemessen reagieren, speziell vor dem Hintergrund, dass sich die Disziplin stets (wenn auch in der Vergangenheit vielleicht nur randständig) auch mit Problemstellungen der KI und ihrer Erforschung beschäftigt hat?

Vor diesem Hintergrund fragt das Themenheft nach dem Verhältnis von Medien und künstlichen Intelligenzen – nach der Intelligenz unserer Medien/Umgebungen und den Medien künstlicher Intelligenzen. Welche Medien brauch(t)en künstliche Intelligenzen? Inwieweit kann oder muss eine wie auch immer medienwissenschaftlich profilierte Kritik der KI auch mit einer Kritik des neoliberalen Kapitalismus und seines Gesellschaftsmodells verzahnt sein? Gibt es auch künstliche Dummheit? Wie zeigt sich diese in den zahlreichen Dysfunktionalitäten (z. B. bei der Bildersuche) und Störungen von KI-Systemen? Inwiefern haben KI-Systeme (oder die Praktiken mit ihnen) einen ‹bias› – gender, race, class – und können die kritischen Ansätze genutzt werden, die in der Medienwissenschaft schon lange verwendet wurden, um den ‹bias› technologischer Medien zu analysieren? Welche ethischen Probleme gehen mit Entscheidungen einher, die von KI-Systemen getroffen werden? Welche politischen und aktivistischen Aneignungen gibt es in verschiedenen Praktiken mit KI? Und welche medienwissenschaftlichen Erkenntnisse über deren ‹black-boxes› erlauben diese?

Redaktion des Schwerpunkts: Christoph Ernst, Irina Kaldrack, Jens Schröter, Andreas Sudmann

Einreichung kompletter Beiträge im Umfang von ca. 25.000 Zeichen bis Ende Dezember 2018 erbeten an
redaktion@zfmedienwissenschaft.de

Stylesheet und weitere Hinweise unter
www.zfmedienwissenschaft.de/service/submission-guidelines

Texteinreichungen bis Ende Dezember 2018