Geometrie als Schreibmedium bei Paul Valéry

Geometrie als Schreibmedium bei Paul Valéry

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Abstract (deutsch) 

Der Beitrag untersucht den Einfluss der nicht-euklidischen Geometrie und Analysis situs des 19. Jahrhunderts auf die Cahiers des Schriftstellers Paul Valéry (1871–1945). Dabei geht es zum einen um den Modellcharakter der Geometrie, deren formalisierte Darstellungs- und Argumentationsverfahren Valéry als ideales Denkinstrument und zudem als universell anwendbares Schreib- und Zeichenmedium erscheinen. Dieses Modell eines formalisierten Denkens und wirkmächtigen Schreibens und Zeichnens sucht er durch Übung in seiner eigenen Schreibpraxis zu implementieren. Doch muss Valéry im Lauf von über 50 Jahren Cahiers erkennen, dass die tägliche Schreibpraxis nicht ein mathematisches Schreibregime verwirklicht, sondern ein Schreiben als Selbsttechnik installiert, bei dem allein das Schreiben eine Fortsetzung des Schreibens verlangt.

Abstract (english) 

The article examines the influence of the non-euclidical geometry and Analysis situs of the 19th century on the Cahiers of Paul Valery (1871–1946). Two aspects are prominently taken into account: On the one hand the paradigmatic character of geometry and its formalised procedures of representation and arguing, which Valery will draw on as an ideal instrument of thought, and as a universal medium of writing and designing. Valery attempts to implement the mathematical model into his own writing practice, since it allows for formalised thinking as well effectful and influential form Cahiers, Valéry admits that he has not established a mathematical regime of writing, but has rather submitted to a technology of the self, according to which writing demands the eternal continuation of writing only.

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