Starke Gemeinschaft, wertvolle Wissenschaft

Kommentare

Ein paar Beobachtungen aus der Unilektor Praxis. In meinen Seminaren sitze ich meistens an der Breitseite des Tisches, und zwar ganz bewusst. Dadurch wird Distanz genommen. Außerdem sind wir grundsätzlich alle per Du (was auch für Studenten gilt die mich was fragen, außer sie bestehen auf dem "Sie"). Bei höherrangigem Personal ist das differenzierter. Manche haben kein Problem mit dem Duzen, manche sind da ein wenig konservativer. Ich persönlich versuche das so anzugehen wie die Universität das Mittelalters, die ja eigentlich eine Forschungs, Diskussions- und (manchmal) auch Saufgemeinschaft zwischen Dozenten und Studenten war. Als Lektor bzw. Betreuer muss man aber auch Distanz wahren können. Wenn ein Student trotz bester Betreuung dauernd Sch* baut, muss man die Stärke haben ihm klarzumachen, dass er am falschen Platz ist. Bei zu großer Nähe ist das oft schwierig.

Ein Kommentar zu Zitat: " Eine Dozentin setzte beispielsweise auf wohlwollenden Zwang, da sie Hausarbeiten nur nach einer persönlichen Besprechung benotete. Dadurch wurde mir bewusst, wie wertvoll solche Gespräche sein können"
Grundsätzlich ist das super. Es ist aber kaum skalierbar. Wenn ich meine Seminare (die auch ein bisschen Hausarbeiten haben) so aufbauen würde, mit 15-20 Minuten Zeit pro Teilnehmer (ich habe 3 Seminare mit ca. 15 Teilnehmern pro Seminar) würde ich 10-15 Stunden dafür brauchen. Dazu kommt, dass manche Teilnehmer das einfach nicht brauchen. Grundsätzlich gut, muss aber mit einer "per case" basis gehandhabt werden.

Thomas Mohr

Neuer Kommentar

CAPTCHA
Diese Abfrage dient der Spam-Prävention:

Elisabeth Mohr absolvierte ein Biologiestudium an der Universität Wien und studierte Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina und der Universidad Autónoma de México. Derzeit strebt sie ihren MA-Abschluss in Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin an, wo sie auch als studentische Mitarbeiterin für die Kolleg-Forschungsgruppe Cinepoetics arbeitet. Interessensschwerpunkte: Wahrnehmung und Erfahrung audiovisueller Bilder, Filmästhetik, Cultural (Animal & Plant) Studies, feministische und postkoloniale Theorie sowie Kapitalismuskritik, Visual Anthropology, experimentelle und spielerische Herangehensweisen an Forschung und Lehre, soziale und kollektive filmische Praktiken.

Print Friendly, PDF & Email