Verlagspolitik und die Geschichte der Liebe (Frühjahrsprogramm)

Das Geschlecht spielt ja bekanntlich keine Rolle, wenn es um die Qualität von Forschung bzw. Büchern geht. Und so kann es auch kein Urteil über die Qualität eines  namhaften Verlags sein, dessen Frühjahrsprogramm-Vorschauheft gerade versandt wurde. Ich zähle nur mal so aus Langeweile:

Es gibt drei Klassen von Ankündigungen: Diejenigen, die eine ganze Heftseite füllen und unten ein kleines Foto des Autoren/Herausgebers zeigen, die zweite Klasse teilt eine Heftseite für zwei Buchankündigungen auf, die dritte schließlich für drei.

  1. zeigt 13 Männer, 0 Frauen,
  2. zeigt 24 Männer, 12 Frauen (von diesen 12 sind 8 Co-Herausgeberinnen),
  3. zeigt 28 Männer und 28 Frauen.

Vermutlich hängen die beiden Verlagsleiter dem Kaskadenmodell an, demzufolge jede Stufe auf einer Karriere- oder Repräsentationsleiter nur so viele Frauen zeigen soll wie prozentual auf der rangniedrigeren Stufe sind. Denn Kategorie 3 umfasst eher Dissertationen, Kategorie 1 verdiente alte (weiße) Autoren. Aber wie gesagt, über die Qualität des Verlags kann damit keine Aussage gemacht werden. Reine Optik. Ist ja bei anderen Verlagen auch so. Und der Gesellschaft. Das Editorial des Verlagsprogramms hebt einzelne Autoren hervor (zehn Autoren, zehn davon männlich). Und es schließt prophetisch mit dem Band, der «die Geschichte der Liebe als Machtdiskurs entfaltet, der bei den Griechen seinen Ausgang nimmt und bis heute andauert.» Q. e. d.

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Abfrage dient der Spam-Prävention:
Image CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen aus obigem Bild hier ein.