DHV-Informationen zur Quote

Eine Frage der Titelpolitik: Worauf beim Quotenzählen den Akzent setzen? Der Deutsche Hochschulverband DHV entscheidet sich für: «Frauenanteil steigt weiter». Wahlweise ginge sonst auch: «Weiterhin vier von fünf Professuren mit Männern besetzt». Hier seine Mitteilung:

In Leitungspositionen des Wissenschaftssystems bleiben Frauen weiterhin unterrepräsentiert. Das geht aus der «19. Fortschreibung des Datenmaterials (2013/2014) zu Frauen in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen» hervor, die die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) veröffentlicht hat.
Demnach sind weiterhin vier von fünf Professuren mit Männern besetzt. Dabei sei der Frauenanteil in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen: Bei den Promotionen waren es 1994 rund 31,2 Prozent, inzwischen sind es 44,2 Prozent, die Zahl der Habilitandinnen stieg von 13,5 auf 27,4 Prozent, die der Professorinnen von 7,5 auf 21,3 Prozent. Bei den Professuren sinke der Frauenanteil jedoch, je höher die Besoldungsgruppe werde: Der Frauenanteil auf W1-Professuren lag 2013 bei 39,9 Prozent, auf C3/W2-Stellen bei 21,8 Prozent und auf C4/W3-Professuren bei 17,3 Prozent.
Bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist laut GWK der Frauenanteil in Führungspositionen von 1995 bis 2014 von 2,3 auf 14,9 Prozent gestiegen. Führend sei die Max-Planck-Gesellschaft mit 21,8 Prozent, gefolgt von der Leibniz-Gemeinschaft mit 16,8 Prozent und der Helmholtz-Gemeinschaft mit 14,6 Prozent. Weit abgeschlagen rangiere die Fraunhofer-Gesellschaft, bei der nur 4,7 Prozent der Leitungsposten von Frauen bekleidet werden.

> Hier die Pressemitteilung der GWK (11.12.2015)
> Hier der gesamte Bericht der GWK
>Hier die DHV-Zeitschrift «Forschung und Lehre» (deren Autorinnenanteil knapp der der Professorinnen in D entspricht, inklusive des Genderings der Themen) 

Der informative DHV-Newsletter meldet außerdem:

«Insgesamt gibt Deutschland 4,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts für Bildung aus. Es liegt damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 5,3 Prozent. Die Kosten der Hochschulbildung bestreitet hierzulande zu 86 Prozent die öffentliche Hand, im OECD-Durchschnitt sind es nur 70 Prozent.»

und:
«Eine Million Euro für 13 Gender-Professuren [aber: nur MINT und Theologie!]
Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium fördert im kommenden Jahr 13 Professuren zur Genderforschung mit insgesamt einer Million Euro. ‹Ich bin davon überzeugt, dass eine breite Verankerung der Genderforschung in allen Wissenschaftsbereichen den Weg zu einer geschlechtergerechteren Hochschullandschaft ebnet. Die systematische Berücksichtigung der Gender-Perspektive steigert die Qualität der Forschungsergebnisse›, erklärte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Gefördert werden Professuren unter anderem aus den Bereichen Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Theologie. Sie werden ab Januar 2016 über drei Jahre mit jährlich 75.000 oder 100.000 Euro unterstützt.»

Schließlich eine Online-Abstimmung/Meinungsumfrage: «Chancengleichheit auf gutem Weg? Nach neuen Zahlen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz ist der Frauenanteil in Wissenschaft und Forschung kontinuierlich gestiegen. Wird für die Chancengleichheit im Wissenschaftsbereich zu wenig getan?» Am 19.12.2015 liegt die NEIN-Antwort deutlich vorne.

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