Medienökonomien

Die Theorietradition der Medienwissenschaft ist auf vielfältige Weise von Fragen der Ökonomie durchwirkt, auch wenn diese noch wenig beachtet scheinen. Unterschiedliche Argumentationsfiguren der Medientheorie verbindet die Vorstellung, dass wirtschaftliches Handeln und ökonomische Strukturen die Lage mitbestimmen, in die Medien uns versetzen, und so wird etwa in der Kulturökonomik seit Kurzem die Frage verhandelt, ob der Markt für Informationsgüter und die digitalen Netzwerke nach der Entwicklung neuer ökonomischer Modelle verlangen. Film- und Mediengeschichte fragen zunehmend nach wirtschaftlichen Prozessen und arbeiten an einer als Mediengeschichte verstandenen Unternehmensgeschichte. In Wirtschaftssoziologie und Wirtschaftsgeschichte treten die kulturtechnischen Faktoren bei der Mechanisierung, Automatisierung und Digitalisierung ins Blickfeld.

Neben einer theorie- und disziplinhistorischen Anamnese, welche die Frage der Ökonomie in den unterschiedlichen Ansätzen der Medienwissenschaft aufwirft – von der kritischen Theorie über die Cultural Studies bis zur Kulturtechnikforschung –, soll in den Beiträgen neben einer Diskussion
kapitalismuskritischer Perspektiven insbesondere auch das heuristische Potenzial einer Verschränkung von medienwissenschaftlichen mit wirtschaftswissenschaftlichen,
wirtschaftssoziologischen und wirtschaftshistorischen Ansätzen erprobt werden.

Redaktion: Monika Dommann, Vinzenz Hediger, Florian Hoof

Ausführlicher Call demnächst hier.

 

Erscheinungsdatum 
ZfM 18, erscheint im April 2018