Techniken der Überschreitung

Techniken der Überschreitung

Fertigungsmechanismen ‹verlässlich lebensfähiger› biologischer Entitäten

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Abstract (deutsch) 

Die aktuellen Debatten zu ‹converging technologies› und zur ‹Synthetischen Biologie› sind mit einem immanenten transhumanistischen Technofuturismus befrachtet. Der Mensch, um genauer zu sein der/die Wissenschaftler/in, verleibt sich neue Dimensionen der Welt und des Menschen durch die Manipulation kleinster Einheiten ein. Die Gestaltung des Lebendigen soll dadurch neu konzipiert werden, Atom für Atom beziehungsweise Zelle für Zelle. Die materiale Konvergenz von Atomen, Zellen, Bits und Neuronen soll völlig neue technische Produkte ermöglichen. Dabei ist von den Bio-nano-Maschinen, brain-to-machine-interfaces, neuromorphic engineering und Nano-Implantaten eines (selbstredend) ‹goldenen Zeitalters› die Rede, die helfen sollen, den Menschen (endlich) zu verbessern. Converging Technologies for Improving Human Performance lautet daher nicht nur der Slogan, sondern der Titel des Initialberichts der US-amerikanischen National Science Foundation aus dem Jahre 2002. Der vorliegende Artikel geht der Frage nach der Machbarkeit dieser Vision anhand der Diskurse und Viskurse der Synthetischen Biologie nach, untersucht die Verfasstheit technischen Agierens in diesen neuen Dimensionen und stellt schließlich die Frage, wie viel Transhumanismus tatsächlich enthalten ist. Oder ob der Transhumanismus nicht vielmehr eine Frage der Technik ist, die über das Menschliche nicht hinausgeht, sondern im Gegenteil Natur ‹vermenschlicht›.

Abstract (english) 

The current debates on ‹converging technologies› and ‹synthetic biology› come along with a strong trans-humanist techno-futurism. Mankind creates increasingly access to new dimensions by learning to manipulate very small entities. Thus, shaping the world atom by atom respectively cell by cell. Furthermore, the advertised convergence of technologies as a convergence on a material level – atoms, cells, bits, neurons will enable new products like bio-nano machines, brain-to-machine interfaces, neuromorphic engineering, and nano implantats. This will herald a new and (of course) ‹golden age› of improving human performance. That this is meant to be more than an ironic slogan, is documented in the initial 2002-report of the US-American National Science Foundation: Converging Technologies for Improving Human Performance. This paper discusses the feasibility of this vision by analyzing the case of Synthetic Biology. It explores the concept of technological agency in these new dimensions and discusses the question, whether the reported developments are really opening up a trans-humanist world. Or, if this approach, in contrast, shapes an increasingly anthropomorphized world.

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