Jenseits von Mensch und Tier

Jenseits von Mensch und Tier

Science, Fiction und Gender in Dietmar Daths Roman Die Abschaffung der Arten

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Abstract (deutsch) 

Dietmar Daths Roman Die Abschaffung der Arten (The Abolition of Species) inszeniert eine Revolution der Verhältnisse zwischen Menschen, Tieren und Maschinen. Im Artikel wird besonders die Verbindung evolutionsbiologischer, informatischer und nanophysikalischer Technologien mit Möglichkeiten ihrer politischen Aneignung aufgezeigt, die für den Text konstitutiv ist und ihn zugleich mit aktuellen Fragen, etwa dem ‹Transhumanismus›, vernetzt. Geschlechtertheoretisch betrachtet zeigt sich dabei, dass die im Roman dargestellten Welten teils ödipalen Geschlechtermodellen verhaftet bleiben, andererseits aber als Produkte eines homosexuellen Begehrens dargestellt werden, das anthropomorphe Repräsentationen des Geschlechts auflöst. Der Roman lotet zudem das poetische Potential bioinformatischen und physikalischen Wissens aus, wie etwa anhand der Verknüpfung von Anagrammdichtung und genetischem Code gezeigt werden kann. Unsere These ist, dass dabei durch den Einsatz bestimmter Medien und Genres letztlich eine politische Aktivierung der LeserInnen erreicht werden soll.

Abstract (english) 

Dietmar Dath’s novel Die Abschaffung der Arten (The Abolition of Species) enacts a revolution in the relationships among humans, animals, and machines. This article demonstrates the connection between technologies of information, evolutionary biology, and nanophysics and their political appropriation, which is constitutive for the text, linking it to current issues such as ‹transhumanism›. From the perspective of gender theory, it turns out that the fictional worlds of the novel partially reproduce oedipal gender roles but are also presented as a product of homosexual desire, dissolving anthropomorphic representations of gender. The novel furthermore explores the poetic potential of bioinformatic and physical knowledge, as can be shown with respect to the connection between anagram poetry and genetic code. We argue that the use of certain media and genres ultimately intends a political activation of the reader.

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