Für die Einrichtung eines experimentellen Lecture Theatres an Universitäten!

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Abstract (deutsch) 

Foucault umschreibt die Diskursanalyse als eine Analyse, die an jenen Schwellen ansetzt, an denen Wissen als Wissen erst zu Erscheinung kommt. Nicht zufällig heißt ‹Diskurs / discours› wörtlich auch ‹Vortrag›, denn wie Wissen als Wissen erst zur Erscheinung kommt, lässt sich im Szenario des Vortrags beobachten. Dass dies wissenschaftlich wenig thematisiert wird, lässt sich auf die Herstellungs-/Darstellungsdifferenz zurückführen, der zufolge die Wissenschaften zwar den Anspruch haben, die Bedingungen ihrer Wissensherstellung zu kontrollieren, nicht jedoch die Bedingungen ihrer Wissensdarstellung. Dies unterscheidet sie deutlich von den Künsten und begründet zahlreiche Missverständnisse, die entstehen, wenn Vertreter_innen beider Felder sich über Forschung austauschen. Die Wissenspoiesis der Präsentation speist sich aus einem Kontinuum von Evidenzerfahrungen, das die Grenzen disziplinärer Wissensproduktion überschreitet. Hier ist ein transdisziplinäres Zusammentun gefragt: Medienwissenschaft und angewandte Theaterwissenschaft bzw. szenische Künste gemeinsam könnten eine Laborsituation im Hörsaal herstellen. Ob die Medienwissenschaft neben einer historischen auch eine experimentelle Wissenschaft sein könnte oder sollte, wird immer wieder diskutiert, jedoch nur selten praktisch erprobt. Die Einrichtung eines experimentellen Lecture Theatres ist ein konkreter Vorschlag, um dies zu ändern.

Abstract (english) 

Michel Foucault described discourse analysis as starting with and assessing the thresholds where knowledge appears and is staged as such. And it is not coincidental that ‹discours› literally also means ‹lecture›, ‹speech›, because the staging and appearing of knowledge can particularly be studied and observed in the setting of the lecture. The poiesis of knowledge of academia itself and especially the academic presentation rarely have been studied. It is induced by experiences and effects of evidence that transgress the boundaries of a disciplinary production of knowledge and call for trans-disciplinary cooperations, in which media studies and scenic arts could turn the lecture auditorium into a laboratory situation. Thus, the installation of Lecture Theatres could add an experimental dimension to the historical and theoretical approaches of media studies.

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