Das «rassifizierte Feld des Sichtbaren»

Das «rassifizierte Feld des Sichtbaren»

Deutungen des NSU-Terrors 2004–2011

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Abstract (deutsch) 

Warum war die Mord- und Anschlagserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) nicht aufklärbar? Nach dessen Bekanntwerden im November 2011 wurde vielfach behauptet, die rassistische Motivation der Taten habe aufgrund des Fehlens von Bekennerschreiben, Zeug_innen oder anderen Beweisen nicht erkannt werden können. Der Beitrag nimmt diese Behauptung zum Ausgangspunkt, um nach der Wahrnehmbarkeit von Rassismus zu fragen. Mit Judith Butler (1993) gehen wir davon aus, dass das Sehen und Deuten von Gewalt nicht unter neutralen Bedingungen stattfindet, sondern in einem «rassifizierten Feld des Sichtbaren». Die Presseberichterstattung über die Terroranschläge zwischen 2004 und 2011 zeigt, dass auch die Deutung vermeintlich fehlender Hinweise durch dieses Feld bedingt ist.

Abstract (english) 

Why was the series of killings and bombings by the Nationalsozialistische Untergrund [National Socialist Underground] (NSU) unresolvable? After its uncovering in November 2011, a common understanding was that the racist background of the assassinations could not be identified because of the lack of a claim of responsibility, witnesses, or other evidence. Taking up this argument, the essay is concerned with the perceptibility of racism and its premises. With reference to Judith Butler (1993), it can be argued that the seeing and reading of violence is not neutral but takes place in a «racially saturated field of visibility». The press coverage of the terrorist assaults between 2004 and 2011 shows: The seeing and reading of presumably missing evidence are structured by the very same field.

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