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Insektengesellschaften und die Suche nach den Medien des Sozialen

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Abstract (deutsch) 

Der Aufsatz widmet sich einem konzeptuellen Austauschprozess aus der Frühgeschichte der französischen Soziologie, hier vorgestellt anhand der Entwürfe von Alfred Espinas und Gabriel Tarde. Gezeigt wird, dass es neben der «Masse» auch die Insektengesellschaften waren, denen für die Herausbildung des modernen soziologischen Gesellschaftsbegriffs modellbildende Relevanz zukommt. Die beiden Theorien widmen sich der Frage, wie aus physisch getrennten, zunächst solitären Lebewesen durch psychischen Austausch soziale Kollektive werden. Sie verdichtet sich in zwei zentralen Konzepten: soziale Nachahmung und mentale Fernwirkung. Sozialität erscheint als Ergebnis sozialer Medialität. Der zweite Teil zeichnet nach, wie sich diese zugleich physiologischen und sozialen Konzepte der Übertragung auf Medien im engeren, heute gebräuchlichen Sinne verlagern.

Abstract (english) 

The article attends to a conceptual exchange process within the early history of French sociology, exemplified here by readings of Alfred Espinas and Gabriel Tarde. It will be demonstrated that in addition to the «crowd» insect societies also became relevant models in the emergence of the modern concept of society. The two theories share the question, how social collectives emerge from the psychic exchanges between physically separated, at first solitary individuals. The answers condense in two key concepts: social imitation and mental action at a distance. Sociality appears to be the result of social mediality. The last part traces how these likewise physiological and social concepts of transmission and mediality were shifted to a notion of media in the now customary narrower sense.

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