«Presque une image materielle»

«Presque une image materielle»

Die serielle Musik von Jean Barraqué

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Abstract (deutsch) 

Der Beitrag fragt nach der Serie in der seriellen Musik. Die serielle Musik greift die Kompositionstechniken der Zwölftonmusik auf und entwickelt sie zu Verfahren weiter, mit deren Hilfe in einem neuen Tonraum, der durch die elektronische Klangerzeugung und Reproduktion geprägt ist und dem Komponieren keine Anhaltspunkte vorgibt, überhaupt Klangereignisse adressiert werden können. Durch eine Anordnung von Parameterwerten zu Serien entsteht eine Musik, die den Anschein zufällig aneinander gereihter Klänge erweckt. Die Musik von Jean Barraqué wirft jedoch die Frage auf, wie vor dem Hintergrund seriellen Komponierens einzelne Klänge gegenüber anderen ausgezeichnet werden können und wie sich Formverläufe ausbilden und semantische Zusammenhänge entstehen können. In einer Analyse seines Stücks Chant après chant wird diskutiert, wie Barraqués Unterscheidung von Klang und Symbol, seine Technik der proliferierenden Reihen und sein Konzept der Entwicklung in Abwesenheit eine Außenseite der Musik konstituieren, von der aus die Phänomenalität der Serie neu gefasst werden kann.

Abstract (english) 

This article addresses the problem of the series in serial composition. Serial music developed in the 1950s from twelve-tone composition. Confronted with new technologies of electronic sound production, serial composers searched for ways to address sounds. The organization of various parameter values into a set of series, however, resulted in a style that resembled mere chance operation. Against this background, French composer Jean Barraqué asked how –– within serial composition –– sounds could be distinguished among each other, how a musical form could emerge, and how semantic coherence could be created. Analyzing his piece Chant après chant, this article discusses Barraqués distinction of the musical ‘note as sound and as symbol’, his technique of the ‘proliferating series’, and his concept of a ‘development in absence’. It shows how these notions and devices constitute an ‘outer side’ of music that enables him to re-conceive the phenomenality of the series.

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